Wissen rund um den Trockenbau.
Plattenarten, Qualitätsstufen, Kosten und Praxistipps. Verständlich erklärt von unserem Team, damit Sie gut vorbereitet in Ihr Projekt starten.

Welche Platte wofür?
Gipsplatten unterscheiden sich in Kern, Karton und Farbe. Die Farbe verrät oft schon, wofür eine Platte gedacht ist.
Standard-Gipsplatte
Die Allround-Platte für Wände und Decken in trockenen Innenräumen. Grauer oder weißer Karton, Kanten meist halbrund abgeflacht.
Imprägnierte Platte
Grüner Karton und ein wasserabweisender Kern. Für Bäder und Küchen mit zeitweise erhöhter Luftfeuchte, nicht für dauerhafte Nässe.
Feuerschutzplatte
Glasfasern im Kern halten bei Hitze länger zusammen. Erkennbar an rötlichem Karton oder roter Aufschrift. Basis für F30 bis F90.
Feuerschutz imprägniert
Kombiniert Feuerschutz und Feuchteschutz, etwa für Schachtwände in Bädern oder Technikräumen.
Hochfeste Platte
Besonders dichter, harter Kern. Höhere Stoßfestigkeit, bessere Schalldämmung und größere Tragfähigkeit für Lasten an der Wand.
Homogene Platte
Gips mit Zellulosefasern, ohne Karton. Sehr robust, ideal für Trockenestrich, Flure, Schulen und stark beanspruchte Wände.
Für Nassbereiche
Zementgebunden und wasserfest. Die richtige Wahl für bodengleiche Duschen, Schwimmbäder und dauerhaft feuchte Bereiche.
Gelochte Gipsplatte
Rund-, Quadrat- oder Schlitzlochung mit rückseitigem Vlies. Absorbiert Schall und reduziert den Nachhall im Raum.
Die vier Qualitätsstufen
Grundverspachtelung
Fugen gefüllt, Schraubköpfe gespachtelt. Für Flächen unter Fliesen.
Standard
Stufenloser Übergang zur Plattenfläche. Für Raufaser und strukturierte Beläge.
Sonderverspachtelung
Breites Ausspachteln und scharfes Abziehen. Für feine Tapeten und matte Farben.
Vollflächig
Durchgehende Spachtelschicht. Für Glanzfarben, Lacke und Streiflicht.
Artikel & Praxistipps
Kurz gefragt
Durchsuchen Sie häufige Fragen rund um Trockenbau.
Wie lange hält eine Trockenbauwand?
Bei fachgerechter Ausführung so lange wie das Gebäude selbst. Gipsplatten altern nicht und Metallprofile sind verzinkt.
Kann Schimmel in Trockenbauwänden entstehen?
Nur bei dauerhafter Feuchte, etwa durch Leckagen. In Feuchträumen verwenden wir imprägnierte oder zementgebundene Platten und eine Abdichtung.
Ist Trockenbau gesundheitlich unbedenklich?
Ja. Gips ist ein natürlicher Baustoff, und moderne Mineralwolle ist frei von bedenklichen Fasern. Gipsplatten regulieren sogar die Luftfeuchte.
Kann ich Fliesen auf Trockenbauwände kleben?
Ja. Ab zweilagiger Beplankung oder einem Ständerabstand von 41,7 cm sind Fliesen problemlos möglich. Im Spritzwasserbereich gehört eine Abdichtung darunter.
Wie dick ist eine Trockenbauwand?
Eine einfache Ständerwand ist ab 75 mm stark, Standard sind 100 bis 125 mm. Doppelständerwände für hohen Schallschutz messen 155 mm und mehr.
Was ist der Unterschied zwischen CW- und UW-Profilen?
UW-Profile werden an Boden und Decke befestigt und dienen als Führung. Die senkrechten CW-Profile werden darin eingestellt und tragen die Beplankung.
Wie groß ist der Abstand der Ständer?
Üblich ist ein Achsabstand von 62,5 cm. Bei Fliesen, hohen Wänden oder Lasten reduzieren wir auf 41,7 oder 31,25 cm.
Darf ich Trockenbau selbst machen?
Kleine Vorhaben sind für geübte Heimwerker machbar. Bei Brandschutz, Schallschutz, Feuchträumen oder Statik sollten Sie einen Fachbetrieb beauftragen, auch wegen Gewährleistung und Nachweisen.
Wann ist eine Gipsplatte zu feucht?
Gipsplatten sollten vor dem Spachteln trocken sein. Bei Neubauten mit Estrich und Putz warten wir, bis die Luftfeuchte im Gebäude ausreichend gesunken ist.
Was bedeutet malerfertig?
Die Oberfläche ist in der vereinbarten Qualitätsstufe gespachtelt und geschliffen. Der Maler muss nur noch grundieren und streichen oder tapezieren.
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Trockenbau oder Mauerwerk: Was passt wann?
Wer einen Raum teilen möchte, steht schnell vor der Frage: mauern oder Trockenbau? Beide Bauweisen haben ihre Berechtigung. Entscheidend sind Statik, Zeitplan, Anforderungen an Schall- und Brandschutz und die spätere Nutzung.
Gewicht und Statik
Eine Ständerwand wiegt etwa 25 bis 50 kg pro Quadratmeter, eine gemauerte Wand schnell das Drei- bis Fünffache. Gerade auf Holzbalkendecken im Altbau ist das oft das entscheidende Argument.
Bauzeit und Feuchtigkeit
Trockenbau bringt kaum Wasser ins Gebäude. Nach dem Spachteln ist die Wand in wenigen Tagen malerfertig. Mauerwerk mit Putz braucht dagegen oft Wochen, bis es vollständig getrocknet ist.
Wann Mauerwerk sinnvoll ist
- tragende Wände, die Lasten abtragen müssen
- Außenwände und Wände mit hoher Speichermasse
- Bereiche mit dauerhafter Nässe ohne geeignete Plattensysteme
In allen anderen Fällen ist Trockenbau meist schneller, flexibler und günstiger. Wir beraten Sie gern vor Ort.

Lasten an Trockenbauwänden richtig befestigen
Eine Trockenbauwand kann erstaunlich viel tragen, wenn die Befestigung zur Last passt. Wichtig ist, dass Sie schwere Gegenstände schon bei der Planung berücksichtigen.
Leichte und mittlere Lasten
Bilder, Regale und Lampen befestigen Sie mit Hohlraumdübeln aus Metall oder Kunststoff. Je nach Plattenaufbau trägt ein Dübel etwa 20 bis 50 kg Querlast.
Schwere Lasten
Hängeschränke, Waschtische, Wandheizkörper oder große Fernseher brauchen Verstärkungen: Holzeinlagen, Tragständer oder Traversen im Ständerwerk. Diese bauen wir vor dem Beplanken genau an die richtige Stelle.
- Positionen vorher markieren und fotografieren
- Hartgipsplatten für höhere Tragfähigkeit wählen
- Lastangaben der Dübelhersteller beachten

Schallschutz in der Mietwohnung
Hellhörige Wohnungen sind ein häufiges Ärgernis. Die gute Nachricht: Mit Trockenbau lässt sich der Schallschutz oft deutlich verbessern, und zwar ohne große Umbauten.
Vorsatzschale an der Trennwand
Eine freistehende Vorsatzschale mit Mineralwolle vor der Wohnungstrennwand verbessert die Schalldämmung um bis zu 15 dB. Das wird als etwa halb so laut wahrgenommen.
Was wenig bringt
Dünne Schaumstoffplatten oder Eierkartons verbessern höchstens die Raumakustik, nicht aber den Schallschutz zum Nachbarn. Entscheidend sind Masse und Entkopplung.
Mieter und Vermieter
Bauliche Veränderungen benötigen die Zustimmung des Vermieters. Eine Vorsatzschale lässt sich jedoch rückstandsarm wieder entfernen, was die Zustimmung oft erleichtert.

Dachausbau: Checkliste vor dem Start
Ein Dachausbau ist ein überschaubares Projekt, wenn die wichtigsten Fragen früh geklärt sind. Diese Punkte gehen wir mit Ihnen beim ersten Termin durch.
- Raumhöhe: Mindestens 2,30 m über der Hälfte der Grundfläche für Aufenthaltsräume
- Treppe: Ist ein sicherer, bequemer Zugang möglich?
- Dachstuhl: Zustand der Sparren, Feuchteschäden, Schädlinge
- Dämmung: Vorhandene Dämmung und mögliche Dämmstärke
- Fenster: Belichtung und zweiter Rettungsweg
- Genehmigung: Nutzungsänderung mit der Bauaufsicht klären
- Förderung: Antrag vor Auftragsvergabe stellen
Mit diesen Informationen können wir ein belastbares Angebot erstellen und den Ablauf mit allen Gewerken planen.

Was kostet Trockenbau 2026?
Die Kosten im Trockenbau hängen vor allem vom System, der Oberflächenqualität und der Zugänglichkeit der Baustelle ab. Die folgenden Werte sind Richtpreise netto für das Ruhrgebiet.
- Einfachständerwand, Q2: ca. 58 bis 88 € pro m²
- Vorsatzschale: ca. 42 bis 68 € pro m²
- Abgehängte GK-Decke: ca. 62 bis 96 € pro m²
- Akustikdecke: ca. 88 bis 142 € pro m²
- Dachausbau mit Dämmung: ca. 98 bis 165 € pro m²
Kostentreiber
Höhere Qualitätsstufen, Brandschutzanforderungen, viele Ausschnitte für Spots, kleine Flächen mit hohem Rüstaufwand und Arbeiten außerhalb der normalen Arbeitszeit erhöhen den Preis. Ein Aufmaß vor Ort schafft Klarheit.

Trockenbau im Bad: Darauf kommt es an
Trockenbau im Bad ist Standard und funktioniert dauerhaft, wenn Platten und Abdichtung zur Beanspruchung passen.
Die richtige Platte
Für Wände mit gelegentlicher Feuchte genügen imprägnierte Gipsplatten. Im direkten Spritzwasserbereich bodengleicher Duschen verwenden wir zementgebundene Platten.
Abdichtung nach DIN 18534
Unabhängig von der Platte muss im Spritzwasserbereich eine Verbundabdichtung aufgebracht werden. Dichtbänder in den Ecken und Manschetten an Rohrdurchführungen sind Pflicht.
- Wassereinwirkungsklasse vorab festlegen
- Abdichtung mit dem Fliesenleger abstimmen
- Revisionsöffnungen für Ventile einplanen