
Energetische Sanierung: Welche Maßnahmen sich wirklich rechnen
Dach, Fenster, Heizung oder Fassade? Eine nüchterne Reihenfolge nach Kosten je eingesparter Kilowattstunde.
Baupreise, Nebenkosten, Puffer: Wie Sie ein Budget aufstellen, das bis zur Schlüsselübergabe trägt.
Die häufigste Ursache für gescheiterte Bauprojekte ist nicht die Baukonjunktur, sondern ein Budget, das von Anfang an unvollständig war. Wer nur die Baukosten des Gebäudes kalkuliert, liegt am Ende regelmäßig 30 bis 40 Prozent über dem Ansatz – und zwar nicht, weil etwas schiefgegangen wäre, sondern weil ganze Kostenblöcke nie erfasst wurden.
In Beratungsgesprächen begegnen uns drei Muster immer wieder. Erstens: Bauherren rechnen mit einem Quadratmeterpreis aus einer Anzeige, die sich auf eine andere Region, ein anderes Ausstattungsniveau und einen anderen Leistungsumfang bezog. Zweitens: Die Baunebenkosten werden mit „ein paar Prozent" veranschlagt statt mit den realistischen 15 bis 20 Prozent. Drittens: Es gibt keinen Puffer – und damit keinen Spielraum für die eine Entscheidung, die man im Bauverlauf immer noch treffen muss.
Eine Kostenschätzung ohne benannte Ausschlüsse ist keine Schätzung, sondern eine Marketingaussage. Fragen Sie bei jedem Angebot zuerst danach, was nicht enthalten ist.
Ein vollständiges Budget besteht aus vier Blöcken. Nur der erste taucht in den meisten Werbeaussagen auf.
Die folgenden Werte gelten für Massivbau, schlüsselfertig, ohne Grundstück, Erschließung und Außenanlagen. Sie beziehen sich auf Quadratmeter Wohn- beziehungsweise Nutzfläche.
| Gebäudetyp | Standard | Gehoben | Premium |
|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus | 2.850 – 3.200 € | 3.200 – 3.700 € | ab 3.700 € |
| Doppelhaushälfte | 2.650 – 2.950 € | 2.950 – 3.400 € | ab 3.400 € |
| Mehrfamilienhaus | 2.750 – 3.050 € | 3.050 – 3.400 € | ab 3.400 € |
| Bürogebäude | 2.100 – 2.500 € | 2.500 – 3.000 € | ab 3.000 € |
| Gewerbehalle | 1.100 – 1.500 € | 1.500 – 1.900 € | ab 1.900 € |
Auf diese Werte wirken Zuschläge: Ein Vollkeller schlägt mit etwa 34 Prozent der Gebäudekosten je Kellerquadratmeter zu Buche, ein Tiefgaragenstellplatz mit 32.000 bis 45.000 €, der Sprung von GEG-Standard auf KfW-Effizienzhaus 40 mit rund 13 Prozent.
Bei einem Einfamilienhaus mit 450.000 € Baukosten liegen die Baunebenkosten bei etwa 70.000 bis 90.000 €. Das ist kein Beiwerk, sondern ein eigener Posten mit eigener Finanzierung.
Ein Puffer von zehn Prozent auf die Gesamtsumme ist die untere Grenze. Bei Sanierungen im Bestand empfehlen wir zwanzig Prozent, weil sich hinter jeder geöffneten Wand eine Überraschung verbergen kann.
Wichtig ist die Frage, wofür der Puffer da ist. Er ist keine Reserve für Sonderwünsche, sondern für Dinge, die niemand vorhersehen konnte: Bodenaustausch, geänderte behördliche Auflagen, Materialpreissprünge außerhalb der vereinbarten Indexgrenzen.
Es gibt Einsparungen, die sich rechnen, und solche, die man später teuer bezahlt.
Sinnvoll sparen:
Falsch sparen:
Wenn Sie alle sieben Punkte mit Ja beantworten können, ist Ihr Budget belastbar. Wenn nicht, lohnt sich der Aufwand, das vor der Unterschrift nachzuholen.

Dritte Generation. Maurermeister, Bauingenieur, seit 2009 in der Geschäftsführung.
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