Gebrauchtwagen kaufen: die 14 Punkte, die wirklich zählen
Welche Unterlagen Sie verlangen sollten, woran man einen verschwiegenen Unfallschaden erkennt und warum der Kilometerstand die unwichtigste Zahl im Inserat ist.
Artikel lesenMesswerte aus unserem eigenen Fuhrpark über zwei Winter, plus fünf Maßnahmen, die spürbar mehr bringen als Vorheizen.
Wir betreiben seit 2023 sechs Elektrofahrzeuge als Ersatz- und Vorführwagen und protokollieren Verbrauch und Ladeverhalten. Was dabei über zwei Winter herauskam, weicht deutlich von dem ab, was in Foren steht — in beide Richtungen.
Verglichen wurde jeweils der Durchschnittsverbrauch über einen kompletten Monat, Mischbetrieb aus Stadt, Landstraße und Autobahn, dieselben Fahrer, dieselben Strecken.
| Fahrzeugklasse | Juli (Ø 24 °C) | Januar (Ø 1 °C) | Mehrverbrauch |
|---|---|---|---|
| Kompakt-SUV, 77 kWh | 17,4 kWh/100 km | 23,1 kWh/100 km | + 33 % |
| Limousine, 82 kWh | 16,2 kWh/100 km | 21,0 kWh/100 km | + 30 % |
| Kleinwagen, 52 kWh | 14,8 kWh/100 km | 20,4 kWh/100 km | + 38 % |
| Sportlimousine, 93 kWh | 21,1 kWh/100 km | 26,3 kWh/100 km | + 25 % |
Der durchschnittliche Mehrverbrauch lag bei 31 Prozent. Das entspricht bei einem Fahrzeug mit 450 Kilometern Sommerreichweite rund 345 Kilometern im Winter — deutlich weniger als die oft genannte Halbierung, aber deutlich mehr als die 10 bis 15 Prozent, die Hersteller gelegentlich andeuten.
Wichtig: Der Verlust ist auf Kurzstrecken drastisch höher. Bei Fahrten unter zehn Kilometern haben wir Mehrverbräuche von bis zu 90 Prozent gemessen — weil der Innenraum aufgeheizt werden muss, bevor überhaupt gefahren wird, und das bei jeder einzelnen Fahrt neu.
Ein Verbrennungsmotor produziert Abwärme, die kostenlos zum Heizen zur Verfügung steht. Ein Elektromotor hat einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent — also fast keine Abwärme. Die Heizung muss elektrisch erzeugt werden und zieht bei -5 °C zwischen 2 und 5 kW. Bei 60 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit entspricht das einem Mehrverbrauch von 3 bis 8 kWh pro 100 Kilometer.
Lithium-Ionen-Zellen haben bei niedrigen Temperaturen einen höheren Innenwiderstand. Das reduziert die nutzbare Kapazität — nicht dauerhaft, sondern nur solange die Zellen kalt sind. Bei -10 °C stehen etwa 15 bis 20 Prozent weniger Energie zur Verfügung als bei 20 °C. Sobald sich die Batterie durch das Fahren erwärmt, verbessert sich der Wert.
Winterreifen haben eine weichere Mischung und ein tieferes Profil, was den Rollwiderstand um 5 bis 10 Prozent erhöht. Kalte Luft ist dichter — bei 0 °C rund 10 Prozent dichter als bei 25 °C — und erhöht den Luftwiderstand entsprechend. Dazu kommen nasse oder verschneite Fahrbahnen, die den Rollwiderstand weiter steigern.
Wenn Sie Innenraum und Batterie vorheizen, während das Fahrzeug noch am Ladekabel hängt, kommt die dafür nötige Energie aus dem Netz statt aus der Batterie. In unseren Messungen brachte das bis zu 12 Prozent mehr Reichweite. Vorheizen ohne Kabel bringt dagegen fast nichts — die Energie kommt dann ja aus der Batterie.
Eine Sitzheizung zieht rund 100 Watt, eine Lenkradheizung 50 Watt. Die Luftheizung braucht das 30- bis 50-fache. Wer die Innenraumtemperatur auf 18 °C statt 22 °C stellt und dafür Sitz- und Lenkradheizung nutzt, fährt gefühlt genauso warm und spart in unseren Messungen 6 bis 9 Prozent.
Fahrzeuge mit Wärmepumpe verbrauchen im Winter messbar weniger, weil die Wärmepumpe Umgebungswärme nutzt statt Strom in Wärme umzuwandeln. In unserem Fuhrpark lag der Unterschied bei etwa 8 Prozent. Prüfen Sie im Menü, ob die Wärmepumpe aktiv ist — bei manchen Modellen lässt sie sich versehentlich deaktivieren.
Der Reifendruck sinkt pro 10 °C Temperaturabfall um etwa 0,1 bar. Ein Fahrzeug, das im Oktober korrekt befüllt wurde, fährt im Januar mit 0,2 bis 0,3 bar zu wenig — das kostet 2 bis 4 Prozent Reichweite und erhöht den Reifenverschleiß. Prüfen Sie den Druck im Winter monatlich, im Kaltzustand.
Das schont nicht nur die Batterie langfristig, sondern hilft im Winter konkret: Eine Batterie zwischen 20 und 80 Prozent lädt bei Kälte deutlich schneller als eine fast volle. Wer regelmäßig auf 100 Prozent lädt, verbringt an der Schnellladesäule im Winter unnötig viel Zeit — die letzten 20 Prozent dauern bei 0 °C oft länger als die ersten 60.
Rechnen Sie im Winter mit rund 30 Prozent weniger Reichweite, bei überwiegender Kurzstrecke mit mehr. Wer das einkalkuliert und vorkonditioniert lädt, hat im Alltag kaum ein Problem. Wer im Winter regelmäßig Strecken nahe der Maximalreichweite fährt, sollte bei der Fahrzeugwahl entsprechend Puffer einplanen — oder mit uns über ein Fahrzeug mit größerer Batterie sprechen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Demo-Website. Die genannten Zahlen und Beispiele dienen der Veranschaulichung und ersetzen keine individuelle Beratung.
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Artikel lesenWir rechnen beide Varianten an einem echten Beispiel durch — inklusive der Kosten, die in Vergleichsrechnern gerne fehlen.
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