Leasing oder Finanzierung? Eine ehrliche Gegenüberstellung
Wir rechnen beide Varianten an einem echten Beispiel durch — inklusive der Kosten, die in Vergleichsrechnern gerne fehlen.
Artikel lesenWelche Unterlagen Sie verlangen sollten, woran man einen verschwiegenen Unfallschaden erkennt und warum der Kilometerstand die unwichtigste Zahl im Inserat ist.
Wir kaufen pro Woche rund 40 Fahrzeuge an und lehnen etwa acht davon ab. Was wir dabei prüfen, kann jeder prüfen — man muss nur wissen, worauf es ankommt. Diese 14 Punkte in der Reihenfolge, in der wir sie durchgehen.
Bevor Sie eine Motorhaube öffnen, lassen Sie sich die Papiere zeigen: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Serviceheft, letzter HU-Bericht, Rechnungen der letzten drei Werkstattbesuche. Wenn davon etwas fehlt, ist das noch kein Ausschlusskriterium — aber es muss erklärt werden können. Ein „Das hab ich verlegt“ zum Fahrzeugbrief ist ein Grund zu gehen.
Die Zahl der Vorbesitzer im Fahrzeugbrief sagt weniger aus als deren Art. Drei Privathalter über acht Jahre sind unproblematisch. Ein Fahrzeug, das nach 14 Monaten vom Erstbesitzer weg ist, hatte oft einen Grund — fragen Sie danach. Achten Sie auch auf die Haltedauer des aktuellen Besitzers: unter sechs Monaten ist ein Warnsignal, das nichts mit dem Fahrzeug zu tun haben muss, aber geklärt gehört.
Ein Schichtdickenmessgerät kostet um die 40 Euro und beantwortet die wichtigste Frage beim Gebrauchtwagenkauf. Werkslack liegt je nach Hersteller zwischen 90 und 140 Mikrometern und ist über alle Bauteile hinweg relativ gleichmäßig. Werte über 200 Mikrometern an einem einzelnen Bauteil bedeuten Nachlackierung. Messen Sie mindestens an 20 Punkten: alle vier Türen, beide Kotflügel, Motorhaube, Dach, Heckklappe, Schweller.
Aus der Praxis: Der häufigste nachlackierte Bereich ist die vordere rechte Ecke — Beifahrerseite, Parkschäden beim Einparken. Das ist meist harmlos. Kritisch wird es, wenn Schweller, A-Säule oder Längsträger abweichende Werte zeigen: Dort war dann ein struktureller Schaden.
Stellen Sie sich seitlich vor das Fahrzeug und schauen Sie flach über die Karosserie. Wellen im Blech, die im direkten Licht unsichtbar sind, werden im Streiflicht deutlich. Prüfen Sie außerdem die Spaltmaße an Türen, Motorhaube und Heckklappe: Sie müssen links und rechts identisch sein. Abweichungen ab etwa zwei Millimetern deuten auf Karosseriearbeiten hin.
Ein Fahrzeug mit 180.000 Autobahnkilometern und lückenloser Wartung ist technisch fast immer besser als eines mit 60.000 Kurzstreckenkilometern ohne Historie. Kurzstrecke ist der größte Motorkiller: Der Motor erreicht nie Betriebstemperatur, Kondenswasser sammelt sich im Öl, der Partikelfilter regeneriert nicht. Schauen Sie sich deshalb an, wie gefahren wurde — die Serviceintervalle im Scheckheft verraten es.
Ziehen Sie den Ölmessstab. Das Öl sollte honigfarben bis dunkelbraun sein, nicht schwarz und nicht milchig. Milchig-hellbraune Verfärbungen deuten auf Kühlwasser im Öl hin — bei Benzinern oft ein Zylinderkopfdichtungsschaden, das teuerste Problem der Liste. Prüfen Sie außerdem den Öleinfülldeckel von innen auf gelbliche Ablagerungen.
Bestehen Sie darauf, das Fahrzeug kalt zu starten. Ein vorgewärmter Motor verschweigt Startprobleme, Kaltlaufgeräusche und blauen Rauch. Wenn der Verkäufer den Wagen bereits warm bereitstellt, vereinbaren Sie einen zweiten Termin — oder gehen Sie.
Zwanzig Minuten reichen nicht. Fahren Sie mindestens 30 Kilometer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Stadt, Landstraße, Autobahn. Achten Sie auf Vibrationen im Lenkrad ab 100 km/h (Unwucht oder verzogene Bremsscheiben), auf Ziehen zu einer Seite beim Bremsen und auf Schaltrucke unter Last. Schalten Sie das Radio aus.
Setzen Sie sich zehn Minuten ins Fahrzeug und betätigen Sie alles: alle Fensterheber, Sitzverstellung in alle Richtungen, Sitzheizung, Klimaanlage auf kalt und warm, Spiegelverstellung, Heckklappe, Schiebedach, alle Assistenzsysteme im Menü. Defekte Komfortelektronik ist selten teuer zu reparieren, aber ein guter Verhandlungshebel — und ein Hinweis darauf, wie das Fahrzeug behandelt wurde.
Nicht auf der Motorhaube, sondern an den Stellen, die niemand sieht: Radlaufkanten von innen, Schweller unter der Türdichtung, Federbeindome im Motorraum, Kofferraumboden unter der Matte, Auspuffaufhängungen. Nehmen Sie eine Taschenlampe mit — im Halbdunkel einer Garage sieht man nichts.
Ungleichmäßiger Verschleiß über die Reifenbreite bedeutet falsche Achsgeometrie — entweder durch einen Bordsteinkontakt oder durch einen unsauber reparierten Unfall. Prüfen Sie außerdem das DOT-Datum: Vier Ziffern auf der Flanke, die ersten beiden geben die Woche, die letzten beiden das Jahr an. „2321“ bedeutet 23. Woche 2021.
Ein einfaches OBD-Gerät kostet 25 Euro und liest gespeicherte Fehlercodes aus. Wichtig: Ein leerer Fehlerspeicher bei einem zehn Jahre alten Fahrzeug ist verdächtig — er wurde wahrscheinlich kurz vorher gelöscht. Fragen Sie in dem Fall nach der Bereitschaftsanzeige („Readiness Code“): Sie zeigt, ob seit dem Löschen genug gefahren wurde, um alle Systeme zu prüfen.
Beim Händlerkauf gilt zwingend ein Jahr Gewährleistung — Klauseln, die das ausschließen, sind unwirksam. Achten Sie auf die Formulierung zu Unfallschäden: „Unfallfrei laut Vorbesitzer“ ist keine Zusicherung, sondern eine Weitergabe fremder Information. Lassen Sie sich „unfallfrei“ ohne Zusatz bestätigen, wenn der Händler das behauptet.
Nicht wegen der Technik, sondern wegen der Emotion. Wer allein zu einer Besichtigung fährt und das Fahrzeug schön findet, übersieht Dinge. Eine zweite Person, die nicht verliebt ist, stellt die unangenehmen Fragen — und erinnert Sie daran, dass es noch andere Fahrzeuge gibt.
Dann kaufen Sie bei einem Händler, der diese Punkte schon geprüft hat und das Ergebnis schriftlich vorlegt. Genau dafür gibt es unser 137-Punkte-Protokoll: Es enthält alle hier genannten Prüfungen und rund 120 weitere. Sie bekommen es vor Vertragsabschluss zur Einsicht — inklusive der Positionen, die nur mit „ausreichend“ bewertet wurden.
Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Demo-Website. Die genannten Zahlen und Beispiele dienen der Veranschaulichung und ersetzen keine individuelle Beratung.
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