Homestaging: warum inszenierte Räume schneller verkaufen
Ein leerer Raum wirkt kleiner als ein möblierter. Das ist keine Meinung, sondern ein wahrnehmungspsychologischer Effekt: Ohne Bezugsgrößen fehlt dem Auge der Maßstab. Genau hier setzt Homestaging an.
Was Homestaging ist – und was nicht
Homestaging ist die verkaufsorientierte Inszenierung einer Immobilie. Es geht nicht darum, Mängel zu verstecken, sondern darum, Räume lesbar zu machen: Wo steht der Esstisch? Passt ein Doppelbett in dieses Zimmer? Wie wirkt das Wohnzimmer, wenn Licht darin ist?
Was Homestaging ausdrücklich nicht ist: das Übermalen von Feuchtigkeitsflecken, das Verdecken von Rissen durch Bilder oder das Kaschieren technischer Defekte. Solche Eingriffe sind nicht nur unseriös, sie sind bei arglistiger Täuschung auch rechtlich angreifbar.
Die Zahlen aus unserem Bestand
Wir haben die 140 Objekte ausgewertet, die wir zwischen 2021 und 2025 vermarktet haben. Von diesen wurden 58 gestaged, überwiegend Leerstände. Das Ergebnis:
| Kennzahl | ohne Staging | mit Staging |
|---|---|---|
| Kontaktanfragen je Objekt | 31 | 48 |
| Tage bis zur Reservierung | 51 | 34 |
| Erzielter Preis zum Angebot | 99,2 % | 103,1 % |
| Besichtigungen bis Abschluss | 14 | 9 |
Die Zahlen sind nicht kausal zu lesen – gestagete Objekte sind häufiger Leerstände in guten Lagen. Die Richtung ist aber über alle Objektklassen hinweg konsistent.
Was es kostet
Bei uns ist Homestaging Teil der Vermarktungsleistung und für Verkäufer kostenfrei; wir arbeiten mit einem eigenen Möbelfundus. Externe Anbieter berechnen in unserer Region typischerweise 1.500 bis 4.000 € für eine Wohnung, abhängig von Fläche und Mietdauer der Möbel.
Für welche Objekte es sich lohnt
Am größten ist der Effekt bei leerstehenden Wohnungen zwischen 60 und 140 m², besonders bei ungewöhnlichen Grundrissen. Bei bewohnten, gut eingerichteten Objekten genügt oft ein „Decluttering“: Persönliches reduzieren, Flächen freiräumen, Lichtquellen ergänzen.
Wenig Sinn ergibt Staging bei Abrissobjekten, Grundstücken und stark sanierungsbedürftigen Häusern. Dort verkauft die ehrliche Dokumentation des Zustands besser als jede Inszenierung.
Fotograf und Innenarchitekt. Verantwortet Bildsprache, Drohnenaufnahmen, 360°-Rundgänge und die Inszenierung leerstehender Objekte.