Kaufnebenkosten: womit Käufer in Rheinbergen rechnen müssen
Der Kaufpreis ist nur ein Teil dessen, was beim Immobilienerwerb finanziert werden muss. Die Nebenkosten summieren sich in Rheinbergen auf 11 bis 12 Prozent – ein Betrag, der bei einer Wohnung für 500.000 € rund 57.000 € ausmacht und in aller Regel aus Eigenkapital gestemmt werden muss.
Grunderwerbsteuer: 6,5 Prozent
Der größte Einzelposten. Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache; in unserem Bundesland liegt sie bei 6,5 Prozent des Kaufpreises. Sie wird nach Beurkundung vom Finanzamt festgesetzt und ist innerhalb eines Monats fällig. Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, ohne die keine Eigentumsumschreibung erfolgt.
Ein Hinweis, der jedes Jahr Geld spart: Bewegliches Zubehör – Einbauküche, Markise, Sauna, Gartenhaus – kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden und unterliegt nicht der Grunderwerbsteuer. Die Finanzverwaltung akzeptiert das bis etwa 15 Prozent des Kaufpreises, sofern die Werte plausibel sind.
Notar und Grundbuch: rund 2 Prozent
Die Notarkosten sind gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar. Sie liegen inklusive Grundbuchamt bei etwa 1,5 bis 2,0 Prozent des Kaufpreises. Enthalten sind Beurkundung, Auflassungsvormerkung, Löschung alter Lasten, Eigentumsumschreibung und – bei Finanzierung – die Bestellung der Grundschuld.
Maklerprovision: 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer
Seit Dezember 2020 gilt bei Verkäufen von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher die Teilungspflicht: Der Verkäufer kann höchstens die Hälfte der Provision auf den Käufer abwälzen. In Rheinbergen sind 3,57 Prozent inkl. MwSt. je Seite üblich.
Beispielrechnung für 500.000 €
| Position | Satz | Betrag |
|---|---|---|
| Kaufpreis | — | 500.000 € |
| Grunderwerbsteuer | 6,5 % | 32.500 € |
| Notar | 1,5 % | 7.500 € |
| Grundbuchamt | 0,5 % | 2.500 € |
| Maklerprovision | 3,57 % | 17.850 € |
| Nebenkosten gesamt | 12,07 % | 60.350 € |
| Gesamtaufwand | — | 560.350 € |
Was Banken erwarten
Die meisten Kreditinstitute finanzieren die Nebenkosten nicht mit. Als Faustregel gilt: Nebenkosten plus mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises sollten als Eigenkapital vorhanden sein. Bei 500.000 € Kaufpreis wären das also rund 110.000 bis 160.000 €.
Vollfinanzierungen sind möglich, aber teuer: Der Zinsaufschlag liegt derzeit bei 0,4 bis 0,8 Prozentpunkten gegenüber einer Finanzierung mit 20 Prozent Eigenkapital.
Was danach kommt
Nicht zu den Kaufnebenkosten, aber zum Budget gehören: Umzug, Renovierung, eventuell neue Küche, sowie bei Eigentumswohnungen die Instandhaltungsrücklage. Kalkulieren Sie mindestens weitere 5 Prozent des Kaufpreises ein, wenn das Objekt nicht bezugsfertig ist.
Betriebswirt mit Schwerpunkt Immobilienökonomie. Berät private und institutionelle Investoren bei Zinshäusern, Gewerbeflächen und Grundstücken.